Schlagwort-Archive: Erinnerungen

Jukebox: Meine Helden – Teil 3: George

George von den Famous Five

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Wegen Georgina alias George von Enid Blyton’s Fünf Freunden (2.v.l.) hatte ich mir mal ganz fest vorgenommen, nie durch „niedlich sein“ an mein Ziel zu gelangen. Weil George als Mädchen immer etwas mutiger ist als die Jungs bei den Fünf Freunden. Weil sie die Freunde voran bringt, ohne dabei die sehr vorsichtige, ängstliche Anne zu vergessen,  sie immer wieder zu beruhigen, ihr die Angst zu nehmen und sie dazu zu ermutigen sich selbst einzubringen.

Gegen George hatte ich, dass sie nicht nur dickköpfig ist, sondern häufig ihren eigenen Willen als sehr viel wichtiger bewertet als den von anderen. So treu sie auch ihrem Hund Timmy gegenüber ist (für den sie sich wohl ein Bein abschneiden würde)- dem Rest der Freunde ist sie gerne mal im Alleingang weggerannt um vorwärts zu kommen.

Was daraus geworden ist, ist ein Etwas, das es nicht immer geschafft hat, der Versuchung zu widerstehen durch „niedlich sein“ zu dem zu kommen was es will. Vorallem von der Idee, dass man sein Frau sein nicht positiv einsetzen darf, bin ich ein wenig abgekommen. Was ist das schon für eine Form der Emanzipation, wenn man versucht sich so männlich wie möglich zu benehmen? Nein, nein… Lieber ein bisschen mehr Georgina als George.

So jetzt dürft ihr wieder nach Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminza Efraimstochter Langstrumpf schreien! Oder euch noch etwas gedulden. Ich wurde eben von vielen Kindheitshelden geprägt :).

In der Zwischenzeit, könnt ihr mir ja erzählen, wer euch beeinflusst hat und was heute davon übrig geblieben ist.

Vielen Dank an dieser Stelle für die vielen Klicks der letzten Woche. Jetzt hätte ich nur gerne noch ein wenig mehr Beteiligung von den bisher heimlichen Klickern :).

Bis dahin – Euer Etwas. Für mehr Publikumsbeteiligung!

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Jukebox: Meine Helden – Teil 2: Lotta

Lotta

Lotta

Wegen der kleinen Lotta aus der Krachmacherstraße mit ihrem grandiosen Kuschelschwein „Teddy“, war ich mir ganz sicher, dass ein bisschen Größenwahnsinn eigentlich kaum schaden kann. Eigentlich kann ich fast alles, hab ich mir ganz dreist bei ihr abgeschaut und bin immer erstmal davon ausgegangen, dass das doch eigentlich klappen müsste. Lotta, wie sie sich mal eben an Heiligabend einen Weihnachtsbaum organisiert oder für ihr eigenes erstes Fahrrad sorgt, ist einfach Zucker.

Gegen Lotta? Hatte ich eigentlich sehr wenig einzuwenden. Einfach eine 5-jährige mit äußerst kritischem Blick auf die Welt – die darf dann auch gerne mal ausgibig schmollen. Aber

was daraus geworden ist, ist ein Etwas, das immer seltener probiert und immer häufiger nur denkt „Mist, das könnte ich auch……“ und dann aber „wenn ich nur mal die Lust finden würde mich da richtig reinzuhängen“.  Ich will bitte meine Impulsivität zurück! Lotta?

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Jukebox: Meine Helden – Teil 1: Die Räubertochter

Jukebox – soll heißen, dass sich dieses Thema hier jemand von mir gewünscht hat.       Hallo Mami :).

Also: Wer hat mich seit meiner frühen Kindheit als Vorbild geprägt, welche Scheibe wollte ich mir von ihnen abschneiden, was davon fühlt sich heute noch so an, als hätte es angehalten und warum überhaupt das Ganze?

Die Räubertochter

Ronja Raeubertochter 01

Wegen Ronja wollte ich die Welt auf eigene Faust entdecken gehen. Wollte in den Wald und schreien können, nur weil mir danach ist den Frühling zu begrüßen, wollte fluchen, toben, rotzfrech sein – und trotzdem noch lieb gehabt werden.  Oder gerade um dieser Qualitäten Willen?

Gegen Ronja hatte ich, dass sie, nur weil sie mal was nicht auf die Reihe kriegt, gleich gegen andere Schert euch zum Donnerdrummel! wettert. Ich hätte mit den Rumpelwichten Freundschaft geschlossen…. naja, ok…. Erst nachdem ich wegen der Druden in blanke Panik verfallen wäre, denn

was daraus geworden ist, ist sicherlich kein allzu mutiges Etwas. Ich? Alleine im Wald? Nein, danke. Da geht meine Fantasie mit mir durch. Wahnsinnig vor Angst? Ich kanns mir gut vorstellen.

Mehr Helden folgen…..

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Le Scaphandre Et Le Papillon

… zu deutsch Schmetterling und Taucherglocke. Wollte ich schon lange sehen und bin doch nie dazu gekommen. Hauptsächlich deswegen, weil es irgendwie kein Film für einen netten Abend ist, sondern einer, für den man sich eine ruhige Stunde nehmen sollte.

Die hatte ich, und es hat sich mehr als gelohnt. Schmetterling und Taucherglocke erzählt den Beginn der Geschichte von Jean-Dominique Baubys zweiten Lebensabschnitt. Seinem Leben in Gefangenschaft.

Nach einem Schlaganfall erwacht Jean-Do und muss feststellen, dass er vollständig gelähmt ist, nicht mehr sprechen kann- gefangen im eigenen Körper.  Locked In Syndrom wird ihm diagnostiziert. Immer wieder wird ihm gesagt, es gäbe Hoffnung. Im Off: Jean-Dos Gedanken. Seine Stimme, die erloschen ist. Die außer ihm selbst, niemand mehr hören kann. Der Zuschauer sieht den größten Teil des Films aus seiner Perspektive: Mit stark eingeschränktem Gesichtsfeld und nur wir dürfen direkt an seinen Gedanken teilhaben, die er Freunden, Therapeuten und Familie nur noch über Augenzwinkern (Ja/Nein) mitteilen kann. Immerwieder wird ihm ein abgewandeltes, nach der Häufigkeit des Vorkommens der Buchstaben in der (franz.) Sprache sortiertes Alphabet vorgesprochen.

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E-S-A-R-I-N-T-U-L-O-M-D… D?…Ja?.. Also der erste Buchstabe ist D. Gut. E-S-A-R. R oder A? A? Also Da. E-S-A-R-I-N… N. E-S-A-R-I-N-T-U-L-O-M-D-P-C-F-B-V-H-J-Z-Q-Y-X-K. Danke?…Danke.

Gesucht wurde nach jemandem mit Geduld. Viel Geduld. Und so diktiert Jean-Do Buchstabe für Buchstabe seine Autobiografie, durch Blinzeln beim entsprechenden Buchstaben. Jean-Do, ehemaliger Chef-Redakteur der Elle, dessen Leben aus teuren Autos, Mode und vielen anderen Oberflächlichkeiten bestand, ist gezwungen mit seinen Gedanken allein zu sein. Zwischen Verzweiflung, Resignation und Einsamkeit, wie sie wohl kaum jemand kennt, keimt in ihm Hoffnung auf. Winzig, aber vorhanden. Sein Ausbruch aus der Taucherglocke sind seine Phantasie und seine Erinnerungen. Und so wird der starre Blick Jean-Dos und somit der des Zuschauers immer wieder geöffnet, entführt. Auf eine Reise durch sein erstes Leben, Träume und Alpträume. In wunderschönen Bildern, von surrealer Leichtigkeit.

Ein sagenhafter Film, voll Tragik, ohne auch nur im allergeringsten kitschig zu werden. Genial umgesetzt, bringt er einen trotz des Dramas, ob Jean-Dos wachsenden schwarzen Humors und seines Trotzes, immer wieder zum lächeln.  Ich habe noch nie eine so fantastische Kameraführung erlebt, der Film wächst aus ihr und wird riesig. Ein Geniestreich.

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Pictures of yesterday

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„past perfect“ – pastellkreide+kohle

Als ich noch kleiner war als ich es heute bin (auch wenn ich mich heute noch kleiner fühle als ich es damals war) habe ich es geliebt Fotos anzuschauen. Heute ist das nicht anders, aber eine Sache hat sich geändert:

Es gibt immer mehr Fotos die Etwas in „past perfect“ –  zeigen,

abgeschlossener Vergangenheit.

Und irgendwann ist da immer mehr, was man gekannt und wieder verloren hat. Menschen mit denen man ein Stück zusammen gelaufen ist und die dann irgendwann wieder verschwunden waren. Manche unmerklich, andere mit einem riesigen Knall, viel Rauch und Getöse – wie bei einer Zaubershow, bei der etwas schief läuft. Manche verschwinden eigentlich nicht wirklich und sind trotzdem verloren. Laufen in Sichtweite, aber man läuft schweigend. Und einige, die eigentlich noch eine Rolle hätten spielen sollen, fangen mitten im Gespräch an zu schleichen und verschwinden im nächsten Gebüsch. Man redet weiter und stellt erst nach zweihundert Metern fest, dass man mit sich selbst gesprochen hat.

Und dann sind da diese Fotos, von irgendwann, und man steht davor und wundert sich darüber, dass heute alles so anders ist. Und warum das so gekommen ist. Und wann. Und wo war ich als das passiert ist??

Und überhaupt: Warum eigentlich immer dieses undefinierbare Gefühl beim Fotos schauen. Angenehm, aber irgendwo zwischen lustigen Erinnerungen, Wehmut und Entfremdung.

Weil es eben mein Leben in past perfect ist.

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