Archiv der Kategorie: große Kunst

Kaminfeuer für die Seele.

Ich bin doch ein wenig überrascht, wie wohltuend es ist nach Wochen am Schreibtisch endlich wieder genug Zeit zum Träumen zu haben.    Sehr zuträglich waren für mich die UND#5 und ArtKarlsruhe -von dem dort gesehenen werde ich wahrscheinlich ersteinmal wieder einige Wochen zehren können.  Das ist für die Seele ein bisschen wie Kaminfeuer.

Hier ein paar von den schönsten Entdeckungen – leider nur von der Art, weil ich das Fotografieren auf der UND vor lauter Glück durch Reizflut versäumt habe. Viel Freude damit.

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Kuschelpop

Wollte hier noch Werbung für die Ausstellung von bereits vorgestellter, lieber Freundin, Evelyn Kopp und ihrer Künstlerkollegin Juliane Spingler machen.

Vernissage ist diesen Freitag, den 13.11.2009, Beginn um 19 Uhr in der Orgelfabrik Durlach.

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Natürlich mit riesigem Spaßfaktor. Einfach vorbeischauen!

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Guerilla Gardening

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Guerilla Gardening ist die neue „Bewegung“, als deren Prophet Richard Reynolds gilt, die sich durch die Großstädte der Welt zieht.

Ihr Ziel? Begrünung der Städte. Jede noch so kleine, bisher kahle, aber bepflanzbare Stelle mit ein wenig Natur versehen. Schöne Idee. Das ist nicht Greenpeacig , nicht abgehoben. Die wollen keine Parallelgesellschaft, in der man sich Kleidung aus dem Schaf vor der Torfhaustür macht und danach die eigenen Ziegen melken geht.

Es geht einfach nur darum, die Orte, die ohnehin ungenutzt sind, wieder der Natur zurück zu geben. „Seedbombs“ werden dafür eingesetzt, kleine aus Lehm, Erde und Samen geformte und getrocknete Kugeln, die nur abgeworfen werden müssen und beim nächsten Regen die Fläche zum Keimen bringen. Mit einem Gemisch aus Buttermilch und Moos, können Betonpfonsten bestrichen (und sogar bemalt werden [s.o.] – Beton wird bemoost. Oder ganze Truppen rücken Nachts mit Eimer und Schäufelchen aus und setzen selbstgezogene Pflanzen. Dabei entstehen sicher nicht sofort die größten, schönsten, buntestesten Pflanzparadiese, aber plötzlich ist hier ein Gänseblümchen, dort ein Rosenbusch…. ein Selbstläufer. „Beschädigung öffentlichen Eigentums“? Pffft, wenn die s verkommen lassen? Schöner als Graffiti!

http://www.guerrillagardening.org/

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T-Shirts, Kunst & Kinkerlitzchen

… da war ich heute mit Evelyn *wink* (Danke fürs mitnehmen! ). Im Kaffeehaus nun in Karlsruhe.

Da gibts Kunst von echten Künstlern für Leute mit kleinem Geldbeutel. Liebevoll gearbeitete Kleinigkeiten, die einen verzaubern können.

Und nicht widerstehen konnte ich bei :

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Ein Kuschelmonster, TheDearDeer Button+ handgebundenes&bemaltes Büchlein und Libellenarmreif, der mich sehr beglückt.

Nächstes mal sag ich vor so etwas sicher früher bescheid, damit noch ganz viele andere mitkommen, gemütlich Kaffee trinken und wunderschöne Dinge, die sonst NIEEEMAND auf der Welt hat kaufen kann.

Ausgestellt haben unter anderem auch

http://www.spingler.blogspot.com/

http://blog.hannafaktur.de/

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Monster Magnet – 17.6.09 im Substage

Wahnsinn wars. Hatte mir ja 3 mal überlegt ob ich wirklich hin soll, weil ich gestern Abend eigentlich jeder Energie beraubt war. Aber es hat sich sowas von gelohnt.

Fehlende Energie wurde mit dem ersten Song wieder eingeimpft und etwas anderes als mitgehn ging eigentlich nicht mehr. Ist definitiv unter die Top 5 auf der Liste meiner herrlichsten Konzerte gerutscht.

Fast genausoviel Spaß wie an der Band (ok FAST) hatte ich daran das Publikum zu beobachten. Selten so viele unterschiedliche und interessante Typen auf einem Fleck gesehn.  Da war wirklich so ziemlich jedes Rocker-Klischee vertreten. Herrlich :). Und das querbeet durch alle Altersstufen.

Egal- ganz toller Abend. Vorallem im Mini-Substage, dem mal wieder der Schweiß an der Decke kondensiert ist. Ich versteh immernoch nicht, wie Mr. Wyndorf es geschafft hat mit Kapuzenpulli auf der Bühne zu stehn. Ich wäre kollabiert.

Aber scheinbar altern die eh rückwärts (Siehe Video unten) – die sind gestern definitiv noch mehr abgegangen als vor 10 Jahren bei RaR ;).

Ich sag nur noch:

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Last Day Dream – Life in a minute

Wundervoller Kurzfilm von Chris Milk.  Entdeckt auf Nerdcore.de.

Manchmal kommt mir mein Leben so vor. Wie ein Stolpern von Ereignis zu Ereignis. Was dazwischen passiert ist schnell vergessen und bedeutungslos im Vergleich zu einigen wenigen Augenblicken. Wahrscheinlich sieht jedes Leben, wenn man es zu guter Letzt rafft und nur noch ein paar wenige Highlights setzen darf, in etwa so aus:

Irgendwie traurig. Das ändert nichts an der Tatsache, dass die Idee sehr schön umgesetzt ist. Gut, dass ich mich an Kleinigkeiten freuen kann, die hoffentlich ganz viel Zeit fressen werden, wenn irgendwann mal mein Life-in-a-minute Film gedreht wird. Ich hätte da nämlich gerne ganz viele minimoments, die den Typ vom Life-in-a-minute Schnitt davon überzeugen, dass ich ganz, ganz dringend etwas Extra-Zeit zum Erinnerungen festhalten brauche.

Stellt euch vor ihr habt eine Minute. Und mehr dürft ihr nicht behalten.

Grausame Vorstellung für euer Etwas, dessen größte Phobie, die vor dem Vergessen ist.

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Ganz viel Pop mit Frau Kopp

Es wird sowas von Zeit, dass ich auf sie verweise. Evelyn Kopp macht nicht nur Kunst, sie ist Kunst. Und ihre Kunst ist Pop pur. Mit ganz viel Phantasie, Spielerei und Kindheit. Und dabei ganz und gar sinnlich.

Kunst zum Anfassen. Wenn man nur dürfte. Die Lust darauf wird durch Material und Inhalt geradezu provoziert. Integrierte Titel in Brailleschrift wollen erfühlt werden und spielen ein wenig mit dem Verbot dies tatsächlich zu tun. Mal sehen die Bilder aus wie pure Schokolade, mal wie Zuckerguss, mal wie irgendetwas Anstößiges. Aber immer, als wäre die Lust an ihnen auf ihnen explodiert.

Ganz viel zu entdecken auf einer Reise durch Wachs, Farbe und Träumereien.

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Mehr Kunst und Worte zu Kopp-Kunst gibts bei

http://www.evelynkopp.net

Die Künstlerin selbst ist mir mindestens genauso sehr ans Herz gewachsen, wie mich ihre Kunst begeistert und sie betreut seit ungefähr einem 3/4 Jahr meine Kritzeleien in ihren Kreativitätsmotivations- und Technikkursen. News zu Ausstellungen etc. folgen.

Warten auf Godot

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Nachdem ich gestern den ganzen Morgen an meiner Hausarbeit saß und versucht habe über Kultur zu schreiben (nur wegen des sujets evtl nicht ganz so wirr wie es mir hier erlaubt ist), war ich gestern Nachmittag schon ganz kribbelig in der Erwartung meine Portion wirkliche Kultur und diese in Reinform, im Inseltheater Karlsruhe, verpasst zu bekommen. Einen Samuel Beckett wollte ich, seit er mir im Studium das erste Mal über den weg lief, schon immer mal sehen. Düster. Alles verneinend. Grausam.

Schön, das kann doch nur ein netter Abend werden, habe ich mir gedacht. Es ist wirklich schrecklich zu warten. Es gibt sogar kaum etwas, das ich mehr hasse. Am Bahnhof. Darauf abgeholt zu werden. Auf einen Termin. Oder einfach nur darauf, dass etwas passiert. Noch schrecklicher ist es aber, anderen beim Warten zuzusehen. Und nichts anderes wird in dem Stück dargestellt. Immer und immer wieder lange Sprech- und Aktionspausen, dann die Frage: „Komm. Lass uns gehn, ja?“ – “ Wir Können nicht!“ – “ Warum nicht?“ – “ Wir warten auf Godot!“ -“ Aach, ja…“ . Die Charaktere sind also, entrissen jeden Zeitgefühls und Dank einer lückenhaften Erinnerung, gezwungen mehrere Abende (oder Wochen? oder Monate? oder Jahre? – ganz klar wird das nicht) auf einen Herrn Godot zu warten, von dem niemand so recht weiß wann und ob er überhaupt kommt, bzw. um wen es sich dabei wirklich handelt. Jede Beschäftigung dient dabei nur dazu die Zeit schneller vergehen zu lassen, wodurch sie sich für den Zuschauer nur weiter dehnt wie zäher Kaugummi. Es drängt sich der Vergleich mit dem Glauben daran auf, dass irgendwann Gott – nicht Godot – erscheint um dem Leben Sinn zu geben.

Am Ende dieses 2 Stunden Stücks, welches eher wie 4 Stunden wirkt, geben die beiden ihr Warten auf. Schön. Es war allerdings trotzdem ein netter Abend. Langweilig.  Zäh.  Sinnraubend. Und trotzdem schön. Warum? Weil es viele unschöne Fragen aufwirft, über die ich mich immer freue und weil man so „zauberhafte“ Szenen wie

„Mach dass er denkt!“ – „Dann gib ihm deinen Hut.“ – „Warum?“ – „Er braucht einen Hut um zu denken!“

oder „Wir sind alle verrückt geboren, manche bleiben es.“

oder “ Einestages war ich blind, einestages war er Stumm. Was soll das ganze Gefrage nach dem wann????“

als Souvenir mit nach Hause nehmen darf.

Und vor allen Dingen: Weil ich es scheinbar schaffe meinem Leben etwas mehr Sinn einzureden als Mr.Beckett es konnte.  Spricht dagegen, dass ich jemals eine ähnliche Schrifstellerkarriere wie er bestreiten könnte, spricht aber auch dagegen, dass ich mich irgendwann mit schweren Depressionen in Pariser Kellerwohnungen verkrieche und doch zu feige bin der Sinnlosigkeit ein Ende zu bereiten.

Ich für meinen Teil, lese mir jetzt mal die OV (ok.. nicht ganz. Waiting for Godot finde ich original genug, auch wenn er es seiner Zeit nicht in seiner Muttersprache sondern als En attendant godot geschrieben hatte).

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