Endlich mal Etwas über Haruki Murakami

Wie zu lesen? Mit diesem Soundtrack:


Vielleicht, aber nur vielleicht schaffe ich es heute, endlich mal etwas über Haruki Murakami zu schreiben. Tatsächlich fällt es mir schwer, irgendetwas zu ihm bzw. seiner Literatur zu schreiben. Sehr schwer sogar. Vielleicht, weil seine Bücher etwas ätherisches haben. Am Schluss bleibt nur ein Gefühl zurück. Ja. Sie sind flüchtig!

Murakami ist also flüchtiger als alle anderen Autoren die ich bisher gelesen habe. Das ist doch zumindest ein Anfang. Weiter. (Ich muss mich hierzu fast zwingen, ich laufe ständig Gefahr, den gleichen Fehler zu machen, wie bei den letzten beiden Murakami-Blog Versuchen: Nur nochmal ein paar Zeilen lesen, danach fällt es sicher leichter, über ihn zu schreiben. Effekt? Blog ist vergessen. Ich liege stundenlang auf dem Teppich und lese zum 3ten Mal Naokos Lächeln.)

Versuchen wir es andersrum: erst Autor, dann Werk! Haruki Murakami (*1949) ist in der japanischen Hafenstadt Kobe aufgewachsen. Diese Region ist häufig Schauplatz in seinen Büchern. Vielleicht kommt daher, diese kindliche Leichtigkeit, welche sich in seinen Stil mischt? Ganz einfach und klar geschrieben. Und trotzdem so schwer greifbar.

Murakamis Eltern unterrichteten japanische Literatur, er selbst war eher zur Amerikanischen hingezogen. Kobe. Hafenstadt. Amerikanische Marines. Viel amerikanischer Lesestoff.

Nach seinem Studium eröffnet er seine eigene Jazzbar. Peter Cat. In seinen Texten verschwimmen japanische und westliche Kultur zu einem neuen, fremden, ganzen, halben. Die Charaktere befinden sich irgendwo zwischen den Generationen. Zwischen westlicher Moderne und Tradition. Zwischen Jugend und erwachsen werden. Individualisten. Einzelgänger. Etwas einsam. Verloren. Bedrückt. Verworren.

Zu gerne würde ich die Bücher auch auf japanisch lesen können. Es wird gemunkelt, dass die Individualität der Protagonisten im japanischen durch einen ganz eigenen Schreibstil, fern von allem traditionell japanischen, realisiert wird. Angeblich, liest sich das ganze unglaublich fremd. Westlich. In der Übersetzung geht dieses Befremdliche für uns wohl leider verloren – statt Fremde, bietet der westliche Stil für uns eine Brücke hin zum Japanischen.

Ganz großes Thema: Liebe ist in Murakamis Romanen etwas unglaublich Zartes. Halb Zufall, halb Destination. Aber egal, ob die einzig Wahre, oder eine von vielen, welche diese Einzige, Verlorene, ersetzen soll: immer voll von keuscher Erotik. Merkwürdig – keusch bleibt, auch wenn die Protagonisten sich mal einer etwas „groberen“ Sprache bedienen. Vielleicht, weil Sex eben einfach – egal wie keusch- auch schmutzig ist? Und weil keusch und schmutzig in diesem Fall keinen Widerspruch darstellen? Aber Schluss damit, an dieser Frage ist schon das literarische Quartett einst zerbrochen (http://www.youtube.com/watch?v=sWk25aCjRnQ), meine Meinung ist klar: Ganz großes Gault Millau Menü Frau Löffler! Und „von uuuungewöhnlicher Zartheit“, japp, Herr Reich-Ranicki.

Und außerdem, voller Jazz!

Unbedingt lesen:

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Ich habs geschafft! Etwas über Murakami.

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